Houaphan

Viele Kriege hat diese Provinz miterlebt - und nun blüht sie auf. Der Tourismus fasst langsam Fuß.

Für Pauschaltouristen ist ganz Laos noch nicht unbedingt sehr attraktiv – zu  rau ist noch die touristische Infrastruktur, die medizinische Versorgung und auch der relativ schlechte Bildungsstand der Laoten ist weniger hilfreich dabei, westliche Service-Standards einzuführen. Umso beliebter ist das Land bei Individualreisenden – vor allem, weil Laos noch solch wunderbare Gebiete wie die Provinz Houaphan im Nordwesten des Landes zu bieten hat. 

Houaphan Provinz
In Vieng Xai, Houaphan Laos

Hier, in direkter Nähe zu Vietnam, eröffnet sich Ihnen noch eine wilde, fast unberührte und zauberhafte Natur inmitten von Urwald und Bergen. Dazu sind die ca. 20 verschiedenen Ethnien, die die recht dünne Besiedlung dieser Region ausmachen, geradezu ein kulturelles Schlaraffenland für Menschenfreunde und Interessierte. Hier können Sie jeden Tag etwas Neues entdecken und im Gespräch mit den Laoten vor Ort lernen Sie diese Perle Südostasiens von einem ganz besonderen Blickwinkel aus kennen.

Höhlen und Bomben

Bei einem Blick auf die Landkarte fällt einem sofort die langgezogene Grenze zu Vietnam auf. Houaphan wird im gesamten Norden und Westen bis in den Südwesten von Vietnam umschlossen. So haben hier natürlich auch vietnamesische Einflüsse Land und Leute kulturell mit geprägt. Das gilt für die positiven Eigenschaften wie zum Beispiel eine sehr abwechslungsreiche Esskultur genauso wie leider auch für die negativen, die diese Nähe zu diesem Nachbarn bedeutet. So hatte gerade die Provinz Houaphan deutlich unter den Auswirkungen des Vietnam-Krieges zu leiden. Auch wenn den Laoten von Seiten der Amerikaner nie offiziell der Krieg erklärt wurde und das Land als politisch neutral galt, haben die Amerikaner doch geheime Ziele verfolgt und wollten im Zuge der Zerschlagung der vietnamesischen Kommunisten auch gleich die nach Sozialismus strebenden laotischen Freiheitskämpfer ausschalten. Die Folge dieser Bemühungen seitens der Amerikaner war eine unfassbar massive Bombardierung des Landes und besonders der Region um Houaphan. Laos ist mit 2.5 Tonnen abgeworfener Bomben pro Einwohner (!) eines der am heftigsten bombardierten Länder der Erde. Die Folgen solchen Irrsinns waren und sind natürlich verheerend. Nicht jede Bombe zündet ja bekanntlich auch und bleibt einfach als Blindgänger im Erdreich liegen – bis sie gefunden und entschärft wird oder eben versehentlich durch einen Spatenstich oder durch eine Spitzhacke gezündet wird, was in diesem hauptsächlich agrarwirtschaftlich genutzten Land bis heute leider nur zu oft passiert. Das stellt ein ernstzunehmendes Problem für die Bevölkerung da.

Kriege in Laos
Der Nordwesten von Laos hat schon viele Kriege in der Geschichte miterlebt

Für Individualreisende ist dies aber natürlich weniger ein Problem – schließlich kommen Sie ja nicht in diese Gegend, um ein Feld zu bestellen. Was für Sie aber interessant sein dürfte, sind die zahlreichen Höhlen in der gebirgigen Landschaft Houaphans. Diese sind nicht nur als Naturspektakel äußerst beeindruckend, sondern auch als Zeitzeugen der jüngeren Geschichte Südostasiens. So dienten sie nämlich teilweise über 20 Jahre lang geradezu als versteckte Dörfer, in die sich die Einwohner dieser Region zurückgezogen hatten, um halbwegs sicher die Bombardements zu überstehen. 550.000 Bombenangriffe flogen die Amerikaner in Laos – einen guten Teil davon in der heutigen Provinz Houaphan. Deshalb blieb die Bevölkerung meistens gleich in den Höhlen und es spielte sich dort das komplette Dorfleben ab. Diese Höhlen und eben noch Zeichen aus dieser Zeit liegen inmitten einer einzigartigen Landschaft, die aus Bergen und Dschungel besteht, was die Naturfreunde unter Ihnen zu langen Wanderungen einlädt.

Der Nam Et Phou Louey National Park

Die gesamte Provinz Houaphan liegt in dem noch 2 weitere Provinzen einschließenden Nam Et - Phou Louey Nationalpark, welcher mit knapp 6000 Quadratkilometer der größte seiner Art in Laos ist. 40 Prozent davon, der Kern nämlich, sind für Menschen nicht zugänglich und in den äußeren Gebieten ist es nur den dort bereits ansässigen ethnischen Gruppen erlaubt, dort auch zu leben. So hat sich hier eine Flora und Fauna erhalten, die selbst in diesem vor Leben und Vielfalt nur so strotzenden Teil der Welt ihres gleichen sucht. Wilde Tiger und Elefanten, Leoparden und verschiedene Affenarten können so in dieser Gegend noch ihrem ungestörten Tagwerk nachgehen, ohne von wachsenden Städten und Abholzungen bedroht zu werden. Laos setzt bei seinem langsam sich entwickelndem Tourismus ganz auf Ökologie und Nachhaltigkeit, einen sogenannten sanften Tourismus. Das werden Sie vor allem hier in Houaphan spüren können, wenn Sie gepflegte Erkundungstouren an der Seite erfahrener Führer unternehmen. Wenn Sie dann – was gar nicht so unwahrscheinlich ist – tatsächlich einen Tiger  oder Leoparden in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen, ist es übrigens üblich, dafür einen Extra-Obolus zu entrichten. Dieser kommt der Bevölkerung hier zu Gute und dient dazu, dass diese die Tierarten weiterhin vor dem Aussterben bewahrt. 

Vieng Xai – die inoffizielle Provinzhauptstadt

Auch wenn die Provinzhauptstadt Sam Neua mit ca. 50.000 Einwohnern durchaus zu den großen Städten des kleinen und freundlichen Landes gehört, ist für Sie als Reisender doch die Stadt Vieng Xai eher der beliebtere Anlaufpunkt. Nicht nur, dass sie Ihnen perfekt als Basislager für die Erkundungstouren zu den Höhlen des Gebirges – es sind alleine hier 102 bekannt - und der Streifzüge zur Tigerschau dient, Vieng Xai ist zudem als Städtchen selber einfach malerisch und das reinste Wohlfühlprogramm. Die Infrastruktur der 32.000 Einwohner versorgt Sie mit allem, was Sie benötigen könnten, es gibt Restaurants und Guesthouses, Märkte und natürlich Tempel und zudem ist die Stadt berühmt für seine Seidenweberei und Weiterverarbeitung der einzigartigen laotischen Seide. Hier können Sie einige Souvenirs für sich und die Daheimgebliebenen erstehen, die Sie nirgends sonst auf der Welt wiederfinden werden. Dazu liegt Vieng Xai pittoresk von Urwald und Bergen eingebettet wie eine Oase in der fast unberührten Landschaft. Auf ihrer Laos-Rundreise sollte diese Stadt unbedingt einen Ehrenplatz bekommen, wie die ganze Provinz auch.

Anreise, Unterkünfte und optimale Reisezeit für Houphan

  • Die beste Reisezeit für Laos ist auch hier im Nordwesten die Zeit der Wintermonate von Ende November bis Ende Februar. In der Monsunzeit in den Sommermonaten ist eine Wanderung durch gebirgigen Urwald einfach weniger eine Freude und höchstens etwas für besonders Hartgesottene. Bedenken Sie aber zu jeder Jahreszeit, dass es bedingt durch die Höhenunterschiede nachts gelegentlich doch empfindlich abkühlen kann, je nachdem, auf welchem Höhenniveaus Sie sich befinden.
  • Unterkünfte finden Sie, wie schon erwähnt, am besten im schönen Vieng Xai. Die Angebote reichen von einfachen Guesthouses für Budget-Reisende bis zu sauberen und gemütlichen Mittelklasse-Häusern. Nur Luxus-Unterkünfte werden Sie nicht sehen – dafür aber vielleicht einen Tiger, wenn auch nicht direkt in der Stadt natürlich.
  • Na Meo heißt der Grenzübergang, über den Sie von Vietnam aus in die Provinz Houaphan einreisen können. Von Hanoi aus ist es in etwa eine Tagesreise mit dem Kleinbus oder Bus bis hier her. Von der laotischen Hauptstadt Vientiane aus ist es sogar noch ein wenig weiter. In jedem Fall sollten Sie sich ein paar Tage Zeit für Vieng Xai und die Provinz Houaphan nehmen, da die Anreise ein wenig Zeit in Anspruch nimmt.

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